Nicht nur ein Buch - 
eine berufliche Mission!

Mit Freude und Leidenschaft rede ich als Speaker auf wissenschaftlichen Tagungen und anderen Veranstaltungen zum Thema Demokratiereform. Auch bringe ich Schülerinnen und Schülern als Dozent gern anschaulich nah, was Journalismus und eine gute Demokratie ausmacht.  

Über einen Workshop zum Thema "Modernisierung der Demokratie" wurde ich hier in einem Podcast interviewt. Der Clou war es, ein gleich doppeltes Demokratie-Angebot zu machen. Es ging um mögliche Reformen einzelner Themengebiete der Demokratie. Zur Anwendung kam dabei die Beteiligungsmethode Systemisches Konsensieren. Die Schülerinnen und Schülern haben hervorragend mitgemacht und intelligente Lösungsansätze erarbeitet. 

Vortrag "Fairfassung" bei der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft und der Schader-Stiftung in Darmstadt 
(Foto: Schader-Stiftung)

Workshop "Modernisierung der Demokratie" am Wertetag an der Beruflichen Schule St. Pauli in Hamburg

Mehr zu Fairfassung:

 

 

 

WAR DIE DEMOKRATIE GESTERN WEITER ALS DIE VON HEUTE?

Lesen Sie selbst: In meinem Buch beziehe ich mich auf die athenische Demokratie. 

Damals wurden Bürger in ein Gremium gelost, das die Gesetze vorbereitet hat. Diese wurde dann in der Volksversammlung oft im Konsens  beschlossen. 

Los mit Losen! Das geht tatsächlich und ist gerecht und effektiv.

Losen kann die Demokratie deutlich verbessern. Das ist kein Unfug, sondern wissenschaftlich und praktisch in vielen Fällen erwiesen. 

Denn bei sogenannten Bürgerräten (früher hießen sie Planungszellen), die Empfehlungen zu bestimmten Sachthemen erarbeiten, wird per Los nach vorgegebenen Faktoren ein "Mini-Deutschland" aus den Melderegistern zusammengestellt. Das heißt, es werden einfache Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sich in einer Gruppe, die Deutschland bestmöglich repräsentiert (besser tatsächlich als der Deutsche Bundestag), über ein bestimmtes Thema auszutauschen. Dabei wird darauf geachtet, dass etwa alle Altersgruppen und Frauen und Männer paritätisch vertreten sind. Auch auf den Bildungs- und Migrationshintergrund wird in der Regel geachtet.

Bei den Debatten im Bürgerrat helfen eine neutrale Moderation und ausgewählte Experten, die das Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchten. Die Ergebnisse der Bürgerräte sind frappierend gut. Es kann nur als hochdemokratisch bezeichnet werden, wenn auf diesem Wege der Souverän Empfehlungen für die Politik erarbeitet und sich diese ernsthaft damit zu befassen hat. 

Mehr dazu in meinem Buch und in diesem Artikel von mir für das Netzwerk Bürgerbeteiligung. In diesem von mir produzierten Film erklärt Björn Obmann von der Gesellschaft für Klima und Demokratie den möglichen Nutzen eines Klimabürgerrats nach dem Zukunftsentscheid in Hamburg.

 

 

Der Zufall ist ein hervorragendes und auch erprobtes Mittel für mehr Gerechtigkeit, Neutralität und den Einzug des "gesunden Menschenverstands" in die Politik, wo er leider allzu oft fehlt. 

Schon die Bürger in der klassischen athenischen Demokratie haben erkannt, dass das Losen bessere Gesetzgebung, Amtsführung und Rechtsprechung ermöglicht. Nur ganz wenige Ämter (z.B. militärische Ämter) wurden in der Polis von gewählten Fachleuten besetzt, der Rest gelost, auch Richter. Durch das gezielte Losen sozusagen in allen Lebenslagen und die Verteilung der Macht auf viele Köpfe verhinderten diese Urdemokraten auf sehr intelligente Weise den Machtmissbrauch unter dem sie zuvor gelitten hatten.  

Kaum anwendbar auf unser politisches System heute? Doch! In abgewandelter Form und mit neuen Strukturen, die Bürger geschickt und konstruktiv einbeziehend, können auch in unserer Demokratie die drei Gewalten Legislative, Exekutive und Judikative optimiert und gleichzeitig Verdrossenheit bekämpft werden. 

Film mit Zitaten großer 
Demokraten (selbstprod.). 

Der Auslöser für das Buch: Ausgerechnet Bundeskanzler a.D. (damals noch Erster Bürgermeister Hamburgs) Olaf Scholz

Trotz Kenntnis der schweren Hochwasser der vorangegangen Jahre lassen er und seine Verwaltung die größte Aue Hamburgs in einem Wohngebiet in Hamburg-Lokstedt aufschütten. Die Nachbarschaft protestiert erfolglos (s. Fotos rechts). Die Anwohner werden nicht in die Planung einbezogen und in "Info-Veranstaltungen" vor vollendete Tatsachen gestellt. Der Klageweg, den sie gehen sollen, erweist sich zudem als untauglich. Für Olaf Scholz und seine Verwaltung ist am Ende alles gut gelaufen. Das erklärt er Nachbarn, die es schaffen, ihn auf einer Wahlkampfveranstaltung für ein kurzes Gespräch aufzuhalten. Wohl nur ein kleines, aber aussagekräftiges Beispiel, dass Bürgerpartizipation kleingeschrieben wird. Eine bittere Erfahrung, die zu dem Gedanken an das Buch geführt hat ...

Sieht so "Respekt" (Wahlkampfslogan Olaf Scholz), und "Mitnehmen" von Bürgern aus?
Mehr dazu in einem 30minütigen You Tube Film

Die noch unberührte Hagendeel-Aue, Idyll und  Hochwasserspeicher in Hamburg-Lokstedt

Anwohner leiden unter Überschwemmungen

Protest gegen die geplante Aufschüttung der Aue und die Nicht-Beteiligung. Bürgerrat oder echte Partizipation? Fehlanzeige!

Die Politik setzt sich knallhart durch ...                       Die Aue, Heimat auch von Damwild und Eisvogel, ist nun aufgeschüttet und verloren. 

Bonus zum Buch:

Das Buch "Fairfassung" hatte ursprünglich schon mehr als 400 Seiten (Fußnoten am Seitenende). Um es lesbar zu halten, habe ich es erheblich gekürzt. Es gibt also noch vieles Interessantes, was aus Kapazitätsgründen nicht veröffentlicht werden konnte. 

An dieser Stelle sollen in unregelmäßigen Abständen Kapitel oder Ausschnitte aus dem Ursprungswerk erscheinen. 

Den Anfang macht ein Ausschnitt aus dem langen Kapitel über die athenische Demokratie mit zahlreichen unbekannten und faszinierenden Details über die Polis, die in vielen Bereichen als Vorbild für unsere Demokratie dienen könnte. Ich stelle hier sieben von 21 Seiten frei zur Verfügung: Vorlauf zur athenischen Demokratie. Darin geht es um die Entstehungsgeschichte der Demokratie und dabei u.a. die Frage, inwieweit nicht die Göttin Themis (röm.: Justitia), sondern ihre Tochter Eunomia, die Göttin der guten und gerechten Ordnung, relevant für den Schritt war. Wer den Rest über die demokratische Theorie und Praxis ab Kleisthenes lesen möchte, kann sich für das komplette Manuskript gern direkt an mich wenden. Ich bedanke mich ausdrücklich bei dem Althistoriker Prof. Martin Dreher, dass er dieses wichtige Kapitel, welches unsere Demokratie in einen oft übersehenen Kontext stellt, gegengelesen hat. 

Modernes Porträt der griechischen Göttin Eunomia (Tochter der Themis/Justitia), die auch im Buch "Fairfassung" eine Rolle spielt. 

(Zeichnung von Lucy Lungershausen)

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